Key Facts auf einen Blick · 2026-09-27
- In der EU bestimmt die Grenze von 30 Monaten die Art der Angabe: Darüber wird das Period After Opening verwendet, darunter ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum anzugeben.
- Das Period After Opening zeigt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen haltbar bleibt; übliche Werte sind 6M, 12M und 24M.
- Die Angaben müssen in der Amtssprache des Verkaufslands erfolgen, und die Schrifthöhe darf 1,2 Millimeter nicht unterschreiten.
- In den USA gibt es keine einheitlich vorgeschriebene Datumsformatpflicht; Produkte mit einer Haltbarkeit von mehr als drei Jahren müssen kein Datum tragen, und die FDA prüft auf falsche oder irreführende Angaben.
- In Japan ist eine Haltbarkeitsangabe verpflichtend; die Qualitätserhaltungsfrist wird dort in der Form JJJJ.MM angegeben.
- In China verlangt die Kosmetikverordnung für Etiketten sowohl das Produktionsdatum als auch die Haltbarkeit beziehungsweise das Verfallsdatum, und in den ASEAN-Märkten sind beide Angaben Pflicht und in der Landessprache zu machen.
- Die Monate im Period After Opening ergeben sich aus Stabilitätsprüfung, Keimbelastungstest und Verpackungsverträglichkeit, nicht aus einer Marktentscheidung.
Die EU: 30 Monate trennen zwei Welten
Die Kosmetik-Verordnung (EC) Nr. 1223/2009 legt die Grenze fest, die jedes Kosmetikprodukt in Deutschland und in der gesamten EU prägt. Bei einer ungeöffneten Haltbarkeit von mehr als 30 Monaten ist das Period After Opening mit geöffnetem Glas und Monatszahl zu verwenden. Bei kürzerer Haltbarkeit muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung stehen.
Diese Trennung ist für die Etikettierungspraxis relevant, weil beide Varianten unterschiedliche Angaben verlangen. Das Period After Opening nennt nur die Monate nach dem Öffnen, das Mindesthaltbarkeitsdatum nennt ein konkretes Datum oder einen Monat. Wer beides verwechselt, riskiert einen Abmahnbescheid im deutschen Einzelhandel.
Das Period After Opening korrekt anwenden
Das Period After Opening ist die häufigste Angabe bei Seren, Cremes und Gesichtswassern. Die Monatszahl ist ein Prüfergebnis, keine Gestaltungsoption, aber die Darstellungsform hat Regeln.
In der Praxis wird das Symbol am unteren Rand der Rückseite angebracht, weil es beim Öffnen sichtbar bleiben muss. Eine Angabe unter einer Folie oder in einem Falz, die nach dem ersten Gebrauch verschwindet, erfüllt den Zweck nicht und führt im Zweifel zu einem Rückruf.
- Prüfen Sie die ungeöffnete Haltbarkeit und teilen Sie sie in Monate um.
- Ermitteln Sie die zulässige Zeit nach dem Öffnen aus Stabilitätsprüfung, Keimbelastungstest und Verpackungsverträglichkeit.
- Runden Sie auf eine der üblichen Angaben 6M, 12M oder 24M auf, damit die Angabe für den Verbraucher eindeutig bleibt.
- Geben Sie die Monate in der Amtssprache des Verkaufslands an, im deutschen Markt also auf Deutsch.
- Achten Sie auf die Schriftgröße von mindestens 1,2 Millimetern an der Stelle, an der der Kunde die Angabe findet.
- Bringen Sie das Symbol dauerhaft und lesbar an, weil es über die gesamte Nutzungsdauer sichtbar bleiben muss.
USA, Japan, China und ASEAN im Vergleich
Außerhalb der EU sieht die Welt anders aus. Bei der Zusammenstellung für den Exportmarkt geht es weniger um Symbole als um Pflichtangaben und Sprachen.
Für ein Werk in der Auftragsfertigung ist das der Punkt, an dem sich die Etikettierung pro Markt unterscheidet. Eine Zeile, die für Japan gedruckt wurde, ist für den deutschen Markt wertlos, und umgekehrt gehört die PAO-Angabe ausdrücklich nicht in den japanischen Aufdruck.
- USA: keine einheitliche Pflicht zum Datum; Produkte mit mehr als drei Jahren Haltbarkeit sind ausgenommen, und die FDA prüft, ob Angaben falsch oder irreführend sind.
- Japan: Pflicht zur Haltbarkeitsangabe mit der Qualitätserhaltungsfrist in der Form JJJJ.MM.
- China: Pflicht zu Produktionsdatum sowie Haltbarkeit oder Verfallsdatum nach der Etikettenvorschrift.
- Indonesien und die übrigen ASEAN-Märkte: Produktions- und Verfallsdatum sind Pflicht und müssen in der Landessprache angegeben werden.
Woher die Monate eigentlich kommen
Die Zahl im Symbol entsteht nicht im Marketing, sondern im Labor. Entscheidend sind drei Prüfungen, die zusammenfinden müssen, bevor eine Angabe sanktioniert wird.
Augenpartie-Produkte und Produkte für Kinder fallen meist kurz aus, weil die Empfindlichkeit der Anwendergruppe und das erhöhte Kontaminationsrisiko am Auge die Prüfungen nach unten ziehen.
Die PPWR und ihre Konsequenzen für die Etikettierung
Die neue Verpackungsverordnung der EU, die PPWR, verschärft die Anforderungen an Kennzeichnung und Entsorgung. Für die Praxis heißt das: Datumsangaben müssen dauerhaft, lesbar und mit den Restinhalten verträglich sein, auch wenn die Verpackung recycelt wird.
Für Marken in Deutschland bedeutet das eine frühe Auseinandersetzung mit dem Design. Ein Aufdruck, der auf einer aluminiumbeschichteten Verbundverpackung nur schwer dauerhaft aufgebracht werden kann, ist künftig ein echtes Risiko und kein Schönheitsfehler.
Checkliste für die Etikettierung
Bevor eine Charge in den deutschen Handel geht, sollte die Etikettierung gegen die folgenden Punkte geprüft sein. Sie ist die letzte Station vor der Auslieferung und die erste im Rückruffall.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, eine einzige Angabe für alle Märkte genüge. Für Deutschland sind Verbrauchsdatum beziehungsweise Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargenkennung Pflicht, für Japan die Qualitätserhaltungsfrist und für China zusätzlich das Produktionsdatum.
- Ist die Haltbarkeitsangabe nach der 30-Monats-Grenze korrekt als Period After Opening oder als Mindesthaltbarkeitsdatum gewählt?
- Erfüllt der Aufdruck die Schriftgröße von mindestens 1,2 Millimetern und ist er dauerhaft?
- Steht die Angabe in der Amtssprache des Verkaufslands, im deutschen Markt also auf Deutsch?
- Gibt es ein Produktionsdatum oder eine Chargenkennung für die Rückverfolgung?
- Passen die Monatszahl zur Stabilitätsprüfung und zum Ergebnis der Keimbelastungsprüfung?
- Sind zur Kosmetik-Verordnung (EC) Nr. 1223/2009 zusätzlich Verantwortliche Person, Produktinformationsdatei und CPNP-Meldung vollständig dokumentiert?
Die Zahl auf dem Etikett ist kein Versprechen der Marke, sondern das Ergebnis dreier Prüfungen. Wer sie nach Gefühl setzt, riskiert nicht nur einen Rückruf, sondern auch den Vertrieb.
Frequently Asked Questions
Haltbarkeitsangaben prüfen, bevor die Charge läuft
Wir prüfen mit Ihnen, ob Ihre Angaben zur Haltbarkeit den Anforderungen der Kosmetik-Verordnung in Deutschland und Ihren Exportmärkten entsprechen – und welche Prüfungen die Monate stützen.
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